Gisela Dreyer · Psychologische Psychotherapeutin

 

Lösungsorientierte (Kurzzeit-)Therapie

Während andere Therapiemethoden sich vor allem darauf konzentrieren, die 'hinter' dem Problem liegenden, oft frühkindlichen Ursachen zu ergründen, geht es bei der lösungsorientierten (Kurz-)Zeittherapie vorwiegend um die Gestaltung von Lösungen. Oftmals ist der Klient sich seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht bewusst, oder hat bislang keinen Zugang zu ihnen gefunden. Ressourcen, Kräfte und Fähigkeiten werden (wieder) verfügbar und schnelle und nachhaltige Lösungen gefunden. Die Fokussierung liegt damit auf Gegenwart und Zukunft, in der die gewünschte Veränderung stattfindet bzw. stattfinden wird. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit erfolgt insoweit als sie zieldienlich und hilfreich für die Erarbeitung von Lösungen ist. Es geht um die (Wieder-)Entdeckung von Kompetenzen und Ressourcen, die im Laufe der Zeit verloren gingen oder bisher ungenutzt blieben. Vor allem in Krisenzeiten sind diese oft verborgen und der Kontakt dazu ist abgeschnitten. Gerade in solchen Bewährungsproben werden oft neue Fähigkeiten und Möglichkeiten entdeckt: Wachstum erfolgt erfahrungsgemäß meist in der Krise.

Lösungsorientierung besagt ferner, den verantwortungsvollen Umgang mit Beschwerden, Zwängen und Einschränkungen. Keineswegs bedeutet es jedoch dass alle Probleme kurzerhand lösbar wären. Es ist vielmehr die Erkenntnis, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, als zunächst vermutet wird, weil eine einseitige Problemsicht weitere günstigere Perspektiven verstellt. Oft liegt die Lösung dort wo niemand sie erwartet. Die Aufmerksamkeit ist auf die Ausnahmen des Ist-Zustandes zu richten. Es sind Wegweiser zum Ausstieg aus dem Negativerleben. Dazu gehört auch nuanciertes Beschreiben und Sensibilisieren für feine Unterschiede : "Der Unterschied, der einen Unterschied macht" (Bateson)

Die moderne Hirnforschung bestätigt was antike Heiler schon wussten: Wahrnehmung und Interpretation der Innen- und Außenwelt werden zu neuronalen Konstruktionen multi-modal (auf allen Sinneskanälen) gebündelt. Unser Denken und Fühlen und schließlich Handeln/Verhalten wird bestimmt durch unsere Wahrnehmungsorganisation und durch die entsprechenden Bedeutungszuschreibungen.

Die Erickson'sche Hypnotherapie und der Einsatz von Trancen unterstützt diese Vorgehensweise und wird ergänzt durch den systemischen Ansatz d.h. der Frage nach den inneren und äußeren Kontext-Bedingungen des Fühlens, Denkens und Handelns/Verhalten.

 

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