Gisela Dreyer · Psychologische Psychotherapeutin

 

Was spricht für Hypnotherapie?

Zentrales Konzept der tiefenpsychologisch orientierten psychotherapeutischen Hypnose ist die Annahme, dass ein veränderter Bewusstseinszustand einen erleichterten Zugang zu unbewussten Vorgängen schafft. Im Unterschied zu selbst erzeugten (autosuggestiven) Änderungen der Bewusstseinslage, wie z.B. im Autogenen Training und in der Meditation, ist die therapeutische Hypnose fremd erzeugt, ohne den weithin angenommenen und in Shows durch kommerzielle, nichttherapeutische bzw. untherapeutische "Hypnotiseure" vorgeführten scheinbaren "Willensverlust". Der Therapeut wendet verschiedene Techniken an (Fixation eines Gegenstandes, Suggestionsformeln, Reizabschirmung etc.) mit dem Ziel, verändernde und heilende Anteile im Unbewussten zu verankern. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist Hypnose nicht mit einem tiefem Schlafzustand verbunden, sondern vielmehr eine andersartige Bewusstseinslage: abgegrenzt, konzentrativ, aufmerksam und bildhaft.

Im Unterschied zum Wachzustand erlebt der Mensch in der Trance die Welt und sich selbst in Imaginationen und Bildern. Dadurch ist er dann empfänglicher für Suggestionen, Märchen und Analogien in einer bildhaft symbolischen Sprache. Die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit bietet Zugang zu einem unentdecktem Potential, weil wir uns in diesem Zustand (zwischen bewusster Wachheit und unbewusstem Schlaf), nicht allein auf das bewusste (oft problemorientierte) Denken konzentrieren. Dem Unbewussten und seinen unbewussten Impulsen und Kräften wird Raum geboten, d.h. für Gefühle, Vorstellungen, Erinnerungen und innere Bilder. Nicht allein der Therapeut bestimmt was geschieht, sondern der Patient oder die Patientin weiß und erfährt selbst, wo der tiefere Weg zu seiner/ihrer Lösung liegt.

Alle Menschen erleben im täglichen Leben solche Zustände (Alltagstrancen) z.B. versunken in eine Tätigkeit oder fasziniert von einem Buch oder Film oder bei Tagträumen, beim 'Dösen' und Nichtstun, vor dem Einschlafen oder bei Zug- und Autofahrten. Hinweise für trance-artige Zustände sind: Zeitverzerrung, Kribbeln in Händen oder Füßen, tiefes Atemholen, fokussierte Aufmerksamkeit, etc.

Der amerikanische Psychiater und Psychologe Milton Erickson (1900 - 1981), Wegbereiter der 'Modernen Hypnose' vertritt die uneingeschränkt positive Sicht der Kräfte des Unbewussten auch in dramatischen Situationen ist es unerschöpfliche Kraftquelle. Diese Ressourcen zu erschließen, sie sozusagen als Vermittler zwischen Körper und Psyche nutzbar zu machen, ist das Ziel.

Dazu ist ein sensibler Blick auf den einzelnen Menschen erforderlich und eine eigens auf ihn zugeschnittene Vorgehensweise. Es geht darum, Möglichkeiten für ein zufriedenes Leben zu entdecken ohne psychische Störungen (siehe Beschwerdebilder).

 

Copyright © 2005 - 2007: Gisela Dreyer — Design: Andreas Neudecker — Impressum